Altersvorsorgedepot für Studenten: Klein anfangen, der Staat legt bis zu 50 % drauf
Ab 2027 sparst du staatlich gefördert in ETFs, schon ab 10 € im Monat und ohne Garantiezwang. Bist du am 1. Januar noch keine 25, gibt es einmalig 200 € Startbonus obendrauf.
Kostenlos und unverbindlich: Wir rechnen es mit dir durch.
Was legt der Staat drauf?
Gilt, wenn du förderberechtigt bist. Mehr als 150 € im Monat erhöhen die Zulage nicht.
Das Wichtigste in 30 Sekunden
Zuschuss auf die ersten 30 € im Monat, darüber 25 %
Startbonus, wenn du am 1. Januar unter 25 bist
im Monat reichen für die Förderung
Kosten im Standarddepot, Erträge steuerfrei
Ab dem 1. Januar 2027 löst das Altersvorsorgedepot die Riester-Rente ab. Du sparst staatlich gefördert in ETFs, ohne Garantiezwang und mit deutlich flexibleren Auszahlungsregeln. Für dich als Studentin oder Student ist dabei vor allem eine Zahl entscheidend: 200 Euro einmaligen Startbonus gibt es nur in einem Jahr, in dem du am 1. Januar noch keine 25 bist.
Das Wichtigste vorweg
Gefördert wird nur, wer zum geförderten Personenkreis gehört, in der Regel über Pflichtbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung. Ein Studium allein reicht dafür nicht aus. Ob du berechtigt bist, entscheidet dein Nebenjob: Werkstudentenstelle, Minijob, duales Studium oder gar keiner. Entscheidend ist die Rentenversicherung, nicht die Krankenversicherung: Ob du gesetzlich oder privat krankenversichert bist, spielt keine Rolle.
Das klingt nach einem Detail, ist aber der Grund, warum sich das Thema für dich anders stellt als für alle anderen. Wer mit 30 einsteigt, bekommt die normale Zulage. Wer mit 23 einsteigt, bekommt die Zulage plus einen Bonus, den es danach nie wieder gibt.
Weil die Produkte erst im Januar 2027 an den Start gehen, ist jetzt der richtige Zeitpunkt, um zwei Dinge zu klären: ob du überhaupt zum geförderten Personenkreis gehörst, und ob du am 1. Januar 2027 noch unter 25 bist.
Bekommst du die Förderung?
Nicht dein Studium entscheidet, sondern wie du Geld verdienst. Wähle alles aus, was 2027 auf dich zutrifft.
Förder-Check
Wähle aus, was 2027 auf dich zutrifft. Dein Ergebnis erscheint hier.
Du bist förderberechtigt.
Das hängt an deinem Minijob.
Förderberechtigt bist du, wenn du dich beim Jobstart nicht von der Rentenversicherung hast befreien lassen. Beantworte die Frage links, oder wir prüfen es gemeinsam.
Aktuell bist du nicht förderberechtigt.
Pflichtpraktika und kurzfristige Ferienjobs zählen nicht. Geburtstag am 1. Januar? Dann endet dein Bonus-Fenster ein Jahr früher.
Was das Altersvorsorgedepot ist
Der Bundestag hat die Reform der privaten Altersvorsorge im März 2026 beschlossen, der Bundesrat hat am 8. Mai 2026 zugestimmt. Das Gesetz ist verkündet, die Anbieter dürfen die neuen Verträge ab dem 1. Januar 2027 ausgeben. Drei Dinge unterscheiden das Depot von der alten Riester-Rente:
- Kein Garantiezwang. Dein eingezahltes Geld muss nicht garantiert werden. Du kannst zu 100 Prozent in Aktien-ETFs anlegen, der entscheidende Unterschied für alle, die noch vierzig Jahre bis zur Rente haben. Wer es sicherer mag, kann alternativ Produkte mit 80 oder 100 Prozent Beitragsgarantie wählen.
- Steuerfrei in der Ansparphase. Kursgewinne und Ausschüttungen bleiben während der gesamten Laufzeit unversteuert. Besteuert wird erst die Auszahlung im Alter, in der Regel mit einem niedrigeren Steuersatz als im Berufsleben.
- Flexiblere Auszahlung. Kein Zwang zur lebenslangen Verrentung: Bis zu 30 Prozent kannst du dir zum Renteneintritt sofort auszahlen lassen, der Rest läuft als Auszahlplan mindestens bis zum 85. Lebensjahr.
Neu ist außerdem, dass beim sogenannten Standarddepot die Kosten gedeckelt sind: maximal 1,0 Prozent pro Jahr. Damit fällt eines der größten Ärgernisse der Riester-Rente weg.
Wie viel der Staat dazugibt
Startbonus im ersten Jahr
Bist du am 1. Januar noch keine 25 und zahlst in dem Jahr 1.800 Euro ein, kommen 540 Euro Grundzulage plus 200 Euro Bonus zusammen, also 740 Euro vom Staat. Realistischer für die meisten Studierenden: 120 Euro einzahlen, 60 Euro Zulage plus 200 Euro Bonus mitnehmen. Das sind 260 Euro Förderung auf 120 Euro eigenes Geld.
Die Zulage ist gestaffelt. Auf die ersten 360 Euro, die du im Jahr einzahlst, legt der Staat 50 Cent je Euro drauf. Auf alles darüber bis 1.800 Euro noch 25 Cent je Euro. Mehr als 540 Euro Grundzulage im Jahr sind damit nicht möglich.
Dazu kommen eine Kinderzulage und der einmalige Startbonus. Die Kinderzulage beträgt einen Euro je eingezahltem Euro, höchstens 300 Euro pro Kind und Jahr, für jedes Kind, für das du Kindergeld bekommst. Die volle Kinderzulage gibt es also schon ab 25 Euro im Monat.
| Dein Eigenbeitrag im Jahr | Grundzulage | Förderquote |
|---|---|---|
| 120 € (gesetzliches Minimum) | 60 € | 50 % |
| 360 € (30 € im Monat) | 180 € | 50 % |
| 600 € | 240 € | 40 % |
| 1.200 € | 390 € | 32,5 % |
| 1.800 € (150 € im Monat) | 540 € (Maximum) | 30 % |
| mehr als 1.800 € | 540 € (keine weitere Zulage) | sinkend |
Einzahlen kannst du bis 6.840 Euro je Vertrag und Jahr. Zulagen und Steuerabzug gibt es aber nur für Eigenbeiträge bis 1.800 Euro. Beiträge und Zulagen kannst du in der Steuererklärung als Sonderausgaben angeben, das Finanzamt prüft dann, ob dir darüber hinaus ein Steuervorteil zusteht. Für die meisten Studierenden ist die Untergrenze wichtiger: Unter 120 Euro im Jahr, also 10 Euro im Monat, gibt es gar keine Förderung.
Wann du als Student förderberechtigt bist
Das ist der Punkt, an dem die meisten Ratgeber zu diesem Thema aufhören, und der für dich der wichtigste ist. Entscheidend ist nicht dein Studium, sondern ob du über deine Tätigkeit oder deine Lebenssituation zum geförderten Personenkreis gehörst.
| Damit bist du förderberechtigt | Damit nicht |
|---|---|
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|
Der Minijob ist dabei der Sonderfall, der die meisten betrifft. Beim Jobstart lässt sich die Rentenversicherungspflicht auf Antrag abwählen, und weil das ein paar Euro mehr netto bedeutet, kreuzen viele es ohne weiteres Nachdenken an. Wer das getan hat, ist nicht förderberechtigt. Die Seit Juli 2026 kannst du die Befreiung einmal rückgängig machen: Antrag beim Arbeitgeber, gilt für die Zukunft. Danach ist im laufenden Job keine neue Befreiung möglich. Dein Eigenanteil: 3,6 % vom Lohn. Ein Tipp: Wird dir ein kleiner Rentenbeitrag vom Lohn abgezogen, bist du nicht befreit.
Der Fehler, der 200 € kostet
Den Startbonus gibt es für ein Jahr, in dem du am 1. Januar noch keine 25 bist, förderberechtigt bist und mindestens 120 Euro einzahlst. Wer erst danach startet, geht leer aus. Hast du am 1. Januar Geburtstag, endet dein Bonus-Fenster ein Jahr früher. Wenn du kurz vor 25 stehst, lohnt es sich, die Reihenfolge einmal gemeinsam durchzugehen.
Warum sich das ausgerechnet im Studium lohnt
Du hast weniger Geld zur Verfügung als jeder andere Sparer, aber mehr Jahre als jeder andere. Beim Zinseszins schlägt das Zweite das Erste deutlich. Drei Zahlen fassen es zusammen:
- 200 Euro Startbonus, einmalig. Nur in einem Jahr, in dem du am 1. Januar noch keine 25 bist.
- 10 Euro im Monat genügen, um überhaupt gefördert zu werden. 120 Euro im Jahr sind der gesetzliche Mindestbeitrag.
- Über 40 Jahre Anlagehorizont, wenn du im Studium startest. Genau die Zeitspanne, in der der Zinseszins den Unterschied macht.
Wann es sich lohnt und wann du die Finger davon lassen solltest
Wir verdienen an der Vermittlung. Trotzdem gibt es Situationen, in denen ein Altersvorsorgedepot für dich der falsche Schritt ist, und wir sagen dir das im Gespräch auch. Beide Seiten im Überblick:
Vor- und Nachteile für Studierende
- 200 Euro Startbonus, einmalig, wenn du am 1. Januar noch keine 25 bist.
- Schon 10 Euro im Monat genügen, um überhaupt in der Förderung zu sein.
- Bis zu 100 Prozent Aktienquote möglich, kein Garantiezwang wie bei Riester.
- Kursgewinne und Ausschüttungen bleiben in der Ansparphase steuerfrei.
- Beim Standarddepot sind die Kosten auf 1,0 Prozent im Jahr gedeckelt.
- Beiträge lassen sich jederzeit aussetzen, wenn es finanziell eng wird.
- Zum Renteneintritt sind bis zu 30 Prozent sofort auszahlbar, kein Verrentungszwang.
- Ohne Notgroschen von zwei bis drei Monatsausgaben ist das Depot der falsche erste Schritt, das Geld ist zweckgebunden.
- Das Kapital ist bis zur Rente gebunden. Wer vorzeitig auflöst, muss Zulagen und Steuervorteile zurückzahlen.
- Ein Depot ohne Garantie schwankt mit den Kursen. Wer das nicht aushält, ist mit einer Garantievariante besser bedient.
- Teure Schulden wie ein ausgereizter Dispo kosten mehr Zinsen, als die Förderung einbringt. Erst tilgen, dann vorsorgen.
- Ohne Förderberechtigung gibt es keine Zulage. Dann ist zunächst ein normaler ETF-Sparplan sinnvoller.
- Vor Januar 2027 gibt es kein Produkt, das du abschließen kannst.
Ein Studienkredit mit niedrigem Zinssatz ist übrigens kein Hinderungsgrund. Problematisch sind nur Schulden, deren Zinssatz über der Rendite liegt, die du im Depot realistisch erwarten kannst.
Häufige Fragen
15 Minuten, kostenlos: Lohnt sich das für dich?
Wir prüfen, ob du förderberechtigt bist, wann dein Bonus-Jahr ist und ob das Depot zu deiner Situation passt. Wenn nicht, sagen wir dir das.
Beratung anfragen 0221 6696140